CMS-Vergleich 2020: Die beliebtesten Content Management Systeme

Kategorie: Vergleich

Lesezeit: ca. 25 min

Eine Website sollte möglichst viele Besucher anlocken und halten, damit das Unternehmen von der eigenen Homepage profitieren kann. Entscheidend sind ansprechende und informative Inhalte wie Bilder, Texte und Videos. Alles was der Leser bzw. der Besucher gut findet, wird auch von den Suchmaschinen positiv bewertet. Solche Inhalte müssen regelmäßig erstellt und gepflegt werden. Bei einer Startseite als so genannte Landing Page ist das unkompliziert, aber wenn das Unternehmen und die Webseite wächst, wird die Verwaltung schwieriger. Hier kommt ein Content Management System (CMS) ins Spiel. Wir liefern Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Anforderungen an ein CMS und einen Vergleich der bekanntesten Open-Source-Lösungen.

Ein Content Management System (CMS) ist eine Software zur Erstellung und Bearbeitung von Inhalten auf Webseiten. Anstatt den Code für die Generierung des Webauftrittes selbst zu schreiben, nutzt man ein CMS, das dazu einen leicht bedienbaren Editor zur Verfügung stellt. So können Redakteure ohne Programmierkenntnisse die Website von jedem beliebigen Standort aus ergänzen und pflegen.

 

Wie wähle ich das passende CMS?

Heute gibt es auf dem Markt über 250 verschiedene Programme, die das Arbeiten mit dem Webseiten-Inhalt vereinfachen und zahlreiche Entwickler erweitern das Angebot beständig. Dabei reicht das Angebot von überschaubaren Blog-Baukastensystemen bis hin zu umfangreichen Enterprise-Systemen. Eine große Auswahl zwingt zu eine Entscheidung – welche ist das richtige für den geplanten Webauftritt?

Für eine erfolgreiche Entscheidung braucht man im Vorfeld eine klare Vorstellung, welche Ziele und technische Voraussetzungen das Online-Projekt hat. Erst nach der Definition der Anforderungen wird entschieden, welches Redaktionssystem dem gerecht wird.

Folgende CMS-Anwendungsfelder lassen sich grob unterscheiden:

  1. Blog- und News-Publishing
    Für News und Blogartikel sind zeitgesteuertes Publizieren, sinnvolle Kategorisierung, interne Verlinkung und Verknüpfung mit Social Media entscheidend. Ebenso wichtig ist die Möglichkeit, Inhalte schnell und unkompliziert erstellen zu können – idealerweise auch direkt auf dem Mobilgerät.
  2. Web-Content-Management
    Sind mehrere Redakteure bzw. Content-Manager an der Website-Betreuung beteiligt, sind Rollenmanagement und Zugriffsrechte gefragt. Mehrsprachigkeit und Multimedia-Verwaltung gehören natürlich auch dazu.
  3. Social Publishing, Community
    Der Aufbau einer Online-Community benötigt nicht nur Rollenmanagementsystem, sondern auch komplexe und interaktive Module, die mit dem Umfang der Community wachsen müssen.
  4. Shop- und E-Commerce-Content
    Ein Onlineshop muss über praktische Funktionen für das Produkt- und Kundenmanagement verfügen. Abgesehen von attraktiven Features, die positive Customer-Experience prägen, brauchen die Shopbetreiber die Option, den Bestellvorgang zu kontrollieren und anhand von Statistiken zu optimieren (Up-Sale, Cross-Sale).

 

Proprietäre Software vs. Open Source

Zahlreiche Content Management Systeme sind Open Source Software. Dabei wird der Quellcode frei zugänglich. Das bedeutet, dass jeder mit entsprechendem Fachwissen, die Möglichkeit hat, Veränderungen, Verbesserungen und Erweiterungen vorzunehmen um das CMS an individuelle Anforderungen anzupassen. Da keine Lizenzkosten anfallen, ist die Open-Source-Lösung wirtschaftlich besonders attraktiv.

Im Gegenteil zu Open Source Software wird ein kommerzielles CMS von einem bestimmten Unternehmen entwickelt und in der Regel an die Nutzer gegen eine kostenpflichtige Lizenz vertrieben. Das nennt man proprietäre Lösungen. Der Programmcode selbst ist nicht Teil der Nutzungslizenz.

Der Entwicklung durch ein Unternehmen steht beim Open-Source Ansatz die Entwicklergemeinde gegenüber. So werden die weltweit bekanntesten CMS WordPress und TYPO3 von einer Community mit hohem fachlichem Niveau kontinuierlich weiterentwickelt. Umfangreiche Dokumentation und ein transparenter Entwicklungsprozess sorgen zudem dafür, dass Softwarefehler und Sicherheitslücken zeitnah behoben werden.

Laut der Analysewebsite W3Techs nutzen 59 % aller Webseiten ein Content Management System (Stand: Juni 2020). Die drei beliebtesten CMS-Lösungen der Welt sind WordPress, Joomla! und Drupal. Im Bereich eCommerce ist Shopify der Marktführer.

Die beliebteste Open Source CMS für den deutschen Markt

Die Open-Source-Systeme WordPress, TYPO3, Joomla!, Drupal und Contao gelten in Deutschland als Standardlösungen für den professionellen Webseitenbetrieb. Wir haben für unsere Leser die wichtigsten Informationen über diese CMS-Anwendungen zusammengestellt.

WordPress

WordPress ist weltweit das meist genutzte Open Source CMS. Das System wurde als Blogger-Software konzipiert. Dank einer großen Entwickler-Community wurde WordPress in den letzten Jahren erheblich weiterentwickelt und um neue Funktionen bereichert. Zahlreiche kommerzielle Webseiten und Onlineshops nutzen erfolgreich WordPress.

Mit mehr als 50.000 Erweiterungen bietet WordPress eine sehr hohe Anpassungsfähigkeit. Rechte- und Rollenmanagement, übersichtliches Redaktionssystem und Mehrsprachigkeit machen dieses CMS besonders flexibel.

Systemvoraussetzungen für WordPress 5.4. „Adderley“

Webserver: Apache, NGINX. Konfigurations-Empfehlung:

  • mod_rewrite – Wird zum Erzeugen schöner Permalinks benötigt.
  • mod_xml – Wird zum Generieren von XML verwendet, z. B. für eine XML-Sitemap.
  • HTTPS – Sicheres Protokoll zur verschlüsselten Übertragung von Daten zwischen Besucher und Webserver (Pflicht nach DSGVO).
  • HTTP/2 – Aktuelles Protokoll zur schnellen Übertragung von Daten zwischen Besucher und Webserver.
  • SFTP-Zugang – Secure-FTP-Protokoll zur sicheren Übertragung von Dateien.

Middleware: PHP 7.3 oder höher. Folgende PHP-Konfiguration wird empfohlen:

  • max input vars 5000
  • max execution time 300
  • memory limit 256M
  • post max size 64M
  • upload max filesize 64M

Datenbank: Offiziell unterstützt WordPress nur MySQL oder auch als Alternative MariaDB. Empfohlen werden die Versionen 5.7 bzw. 10.1 oder höher mit Speichergröße mindestens 1 GB.

Zum großen Vorteil von WordPress gehören Tausende von freien, aber auch kostenpflichtiger Themes und Plugins. Nahezu alle Design-Wünsche können mit WordPress umgesetzt werden.  Flexibilität und die einfache Installation haben WordPress zu einer verbreiteten Software gemacht. Das hat Folgen – WordPress-Installationen sind ein beliebtes Ziel für Hackerangriffe. Ein regelmäßiges Software-Update ist notwendig und erfordert erfahrene Administration, oder einen Wartungsvertrag.

Durch den geringen Aufwand bei der Basis-Installation eignet sich WordPress gut für kleine und einfach strukturierte Websites. Eine intuitiv nutzbare Weboberfläche ermöglicht wechselnde Inhalte auf der Webseite schnell und unkompliziert zu verwalten.

Kurze Zusammenfassung:

Vorteile

  • Große Entwickler-Community
  • Gut dokumentiert
  • Geringer Aufwand bei Installation und Einrichtung
  • Intuitiv bedienbare Nutzeroberfläche
  • Einfache Integration von Plugins und anderen Erweiterungen

Nachteile

  • Einige fehlende CMS-Funktionen benötigen zusätzliche Erweiterungen
  • Plugins weisen regelmäßig Sicherheitslücken auf und können untereinander inkompatibel sein
  • Updates können in der Nachbearbeitung zusätzlichen Administrationsaufwand bedeuten

Mehr Information über WordPress finden Sie hier.

TYPO3 CMS

TYPO3 ist ein verbreitetes CMS im deutschsprachigen Raum, wo es vor allem für große Unternehmens-Portale und E-Commerce-Plattformen genutzt wird. Es hebt sich durch seinen enormen Leistungsumfang und die Integration umfangreicher Features ab.

Systemvoraussetzungen für TYPO3 10:

Webserver: Apache, NGINX, Microsoft IIS, Caddy Server. Konfigurations-Empfehlung:

  • mod_gzip, mod_deflate – Zur Beschleunigung mittels Kompression der Dateien.
  • mod_rewrite – Wird zum Erzeugen der lesbaren URLs benötigt.

Middleware: PHP 7.3 oder höher. Folgende PHP-Konfiguration wird empfohlen:

  • max input vars 1500
  • max execution time 240
  • memory limit 256M

Für sichere TYPO3-Installation sind folgende Erweiterungen nötig:

PDO json pcre >= 8.38
session xml filter
hash mbstring SPL
Standard fileinfo gd
zip zlib openssl
intl mysqli für MySQL, MariaDB postgresql für PostgreSQL
sqlsrv für SQL Server sqlite für SQLite

Datenbank:

  • MariaDB, MySQL
  • Microsoft SQL Server
  • PostgreSQL
  • Oracle
  • Firebird

Hardware: mindestens 256 MB RAM

Weitere Empfehlungen:

  • GraphicsMagick oder ImageMagick – Sorgt für Bildmanipulationen.
  • GDlib – Zur dynamischen Erzeugung und Manipulation von Grafiken.
  • Freetype – Für die Darstellung der Computerschriften.
  • Zlib – Zum Komprimieren und Dekomprimieren von Daten.

Ein professioneller Einsatz des leistungsstarken CMS erfordert Fachkenntnisse. Mit TYPO3 werden umfangreiche Seitenstrukturen mit mehrsprachigen Inhalten gut strukturiert umgesetzt. Der beträchtliche Funktionsumfang gewährleistet eine professionelle Rechteverwaltung auf Enterprise-Niveau und bietet Schnittstellen zu klassischen Business-Anwendungen wie CRM- und ERP-Systemen. Die Einarbeitungszeit für Einsteiger ist etwas höher als bei WordPress und TYPO3 verlangt mehr Aufwand für Installation, Konfiguration und Wartung. Aber TYPO3 ist die optimale Grundlage für einen erfolgreichen Online-Auftritt für komplexe Projekte, die von erfahrenen IT-Fachleuten begleitet werden.

Kurze Zusammenfassung:

Vorteile

  • Weit verbreitetes CMS mit großer Community
  • Hohe Funktionsvielfalt, Flexibilität und Erweiterbarkeit
  • Umfangreiche Rechteverwaltung auf Enterprise-Niveau

Nachteile

  • Implementierung, Konfiguration und Administration erfordert Fachwissen und Erfahrung
  • Durch das große Funktionsspektrum stellt TYPO3 höhere Ansprüche an das Hosting-Paket
  • Die Einarbeitungszeit für Laien ist vergleichsweise hoch

Mehr Information über TYPO3 finden Sie hier.

Joomla!

Mit 5 Prozent Marktanteil ist Joomla! der zweitgrößte Vertreter auf dem CMS-Markt. Mit dem Open-Source-Programm Joomla! – früher unter dem Namen Mambo bekannt – lassen sich ganz einfach Webseiten, Online-Shops und viele weitere Internet-Angebote erstellen. Anders als beim Marktführer WordPress werden umfangreiche CMS-Funktionalitäten bereits ohne Erweiterung bereitgestellt. Programmierkenntnisse und eine lange Einarbeitungszeit sind nicht erforderlich. Eine logisch aufgebaute grafische Benutzeroberfläche hilft bei der Erstellung und Verwaltung der Website. Die große Community stellt Plugins und Modifikationen für nahezu jeden Anwendungsbereich zur Verfügung.

Systemvoraussetzungen für Joomla! 3.x:

Webserver: Apache HTTP Server, NGINX, Microsoft IIS. Konfigurations-Empfehlung:

  • mod_rewrite – Wird für Aufbau von suchmaschinenfreundlichen URLs benötigt.
  • mod_mysqli – Zu einer verbesserten Performance.
  • mod_xml – Wird zum Generieren von XML verwendet, z. B. für eine XML-Sitemap.
  • mod_zlib – Zum Komprimieren und Dekomprimieren von Daten.

Middleware: PHP 7.3 oder höher empfohlen

Datenbank:

  • MySQL, MariaDB mit InnoDB-Support
  • SQL Server 
  • PostgreSQL 

Das System zeichnet sich durch ein vollständig objektorientiertes Software-Design auf Basis eines eigenständigen MVC-Frameworks aus. Das ermöglicht Joomla!-Nutzern, eigene Erweiterungen zu schreiben und auf Wunsch mit der Community zu teilen – wahlweise über ein eigenes Repository, mit dem sich Erweiterungen bequem über das Backend installieren lassen.

Die Rechteverwaltung und Freigabeprozesse werden bei größeren Projekten gelegentlich als lückenhaft empfunden.

Kurze Zusammenfassung:

Vorteile

  • Vergleichsweise geringer Installations- und Konfigurationsaufwand
  • Großer Pool an Erweiterungen und Designs
  • Benutzerfreundliche Template-Erstellung

Nachteile

  • Lückenhafte Rechteverwaltung
  • Ausgereifte Erweiterungen sind teilweise kostenpflichtig
  • Erweiterungen müssen teilweise manuell aktualisiert werden

Drupal

Drupal bezeichnet sich als „Web Application Framework“, also als Software für die Erstellung komplexer Web-Anwendungen. Die Software kommt mit einer extrem schlanken Grundinstallation daher, die durch modularen Aufbau vielseitig anwendbar ist. Drupal ist als Forumssoftware entstanden, so sind die Benutzerrechte flexibel konfigurierbar und die Verwaltung von Websites mit vielen Beteiligten ist mit dieser Software besonders einfach.

Die Vielseitigkeit von Drupal bedingt, dass das Content Management System auf einige abstrakte, aber in sich schlüssige Konzepte zurückgreift, die sich nur bedingt intuitiv erschließen. Dadurch hat Drupal für Administratoren und Seitenbetreiber eine relativ steile Lernkurve.

Unter den „großen Drei“ der CMS – WordPress, Joomla! und Drupal – gilt Drupal als das anspruchsvollste. Das System braucht eine deutlich längere Einarbeitungszeit, Drupal-Experten sind rar und verlangen hohe Tagessätze.

Systemvoraussetzungen für Drupal 8:

Webserver: Apache 2.4, NGINX, Microsoft IIS oder jeder andere Webserver mit PHP-Support. Konfigurations-Empfehlung:

  • mod_rewrite – Wird für Aufbau von lesbaren URLs benötigt.
  • Directive AllowOverride ALL – Ermöglicht die Verwendung von .htaccess.

Middleware: PHP 7.3 oder höher empfohlen. PHP memory limit sollte mindestens bei 64M liegen. Für eine sichere Drupal-Installation sind folgende Erweiterungen nötig:

PDO json cURL
xml mbstring gd
openssl mysqli für MySQL, MariaDB postgresql für PostgreSQL

Datenbank:

  • MySQL
  • MariaDB 
  • Percona Server (PDO, eine InnoDB-kombatible Storage-Engine erforderlich)
  • PostgreSQL (mit PDO)
  • SQLite 

Das CMS bietet mit seinem modularen Aufbau umfangreiche Individualisierungsmöglichkeiten. Für zahlreiche Einsatzszenarien stehen bereist vorkonfigurierte Distributionen auf Basis des Drupal-Frameworks zur Verfügung. Die Administration eines CMS-Kerns mit umfangreichen Erweiterungen erfordert jedoch Fachkenntnisse und Fingerspitzengefühl.

Kurze Zusammenfassung:

Vorteile

  • Kompakter Software-Kern
  • Große Auswahl an Erweiterungsmodulen und vordefinierten Drupal-Distributionen
  • Unterstützt Multi-Domain-Management

Nachteile

  • Aufwendige Konfiguration durch mangelnde Abwärtskompatibilität
  • Schlanke Grundversion erfordert viele Nachinstallationen
  • Steile Lernkurve durch hohes Maß an Abstraktion
  • Ohne Erweiterungen keine Medienbibliothek

Contao

Contao ist eine deutsche Spezialität, in der restlichen Welt ist es kaum bekannt. Das System punktet durch ein intuitiv nutzbares, mehrsprachiges Backend und eine übersichtlich gestaltete Verwaltungsebene.

Im Vergleich zu anderen CMS wirkt Contao minimalistisch, fast schon spröde. Contao ist ein echtes Leichtgewicht und liefert Web-Inhalte auch bei hohen Zugriffszahlen schnell aus. Darauf verweist auch der ursprüngliche Name des CMS. Bis 2010 hieß es TYPOlight, doch aufgrund der Verwechslungsgefahr mit Typo3 wurde es von TYPOlight in Contao umbenannt.

Die Mindestanforderungen hängen davon ab, ob es um die neueste oder die Long-Term-Support-Version geht.

Systemvoraussetzungen Contao 4.4 Long Term Support (LTS)

Webserver: Apache, NGINX oder Microsoft IIS mit PHP- und MySQL-Support.

Middleware: PHP 7.3 oder höher. Für sichere Contao-Installationen sind folgende Erweiterungen nötig:

PDO json cURL
DOM mbstring gd
PCRE Intl ZLIB
Imagick Gmagick

Folgende PHP-Konfigurationen werden empfohlen:

  • memory limit 256M
  • max_execution_time 30
  • file_uploads On
  • upload_max_filesize und post_max_size 32M
  • max_input_vars 1000
  • enable 1 (aktiviert)
  • enable_cli 0 (deaktiviert)
  • max_accelerated_files 16000
  • safe_mode Off
  • open_basedir NULL

Datenbank: MySQL, MariaDB

Einer der größten Vorteile von Contao ist die leistungsfähige und erweiterbare Systemarchitektur. Neben der klassischen Website ist Contao auch für anspruchsvolle Projekte geeignet und ausgelegt. Mit mehr als 1.400 verfügbaren Erweiterungen kann Contao an individuelle Bedürfnisse angepasst werden.

Das CMS-System bietet einen integrierten Theme-Manager. Professionelle Themes zu diversen Anwendungsfeldern und Branchen werden den Webseitenbetreibern über die Contao-Website sowie bei anderen Contao-Theme-Anbietern angeboten. Themes gibt es als kostenlose oder kostenpflichtige Varianten.

Long Term Support (LTS) des CMS garantiert Sicherheitsupdates und Fehlerkorrekturen für vier Jahre. Es geht um eine stabile Version ohne neue Funktionen. Für die Anwender, die sich für neue Funktionalitäten interessieren, gibt es halbjährige Entwicklungsversion. So kann man Neuerungen testen, die erst in der nächsten LTS-Version enthalten sein werden.

Lediglich mehrstufige Workflows sind mit Contao in der Standardkonfiguration nicht umsetzbar. Aber auch hierzu gibt es Erweiterungen, die einen Workflow in Contao 4 abbilden können.

Kurze Zusammenfassung:

Vorteile

  • Leistungsfähige und erweiterbare Systemarchitektur
  • Nutzerfreundliche Installation, Verwaltung und Aktualisierung von Erweiterungen
  • Gute Sicherheitsbilanz
  • Einfache Updates

Nachteile

  • Mehrstufige Workflows werden im Grundsystem nicht unterstützt, aber durch Erweiterungen möglich gemacht
  • Vergleichsweise kleine Community

Anforderungen an ein CMS

Wählen Sie ein CMS nach den Projektzielen aus. Dabei stehen folgende Fragen im Vordergrund:

  • Welche Inhalte sollen angeboten werden?
  • Wer stellt die Inhalte bereit?
  • Wie sieht die Zielgruppe aus?
  • Welche Ressourcen stehen für den Webseitenbetrieb zur Verfügung?

Darüber hinaus ist es wichtig, abzuschätzen, wie viele Personen zeitgleich an dem CMS arbeiten und welche Workflows realisiert werden sollen. Anforderungen an Systeme, die User Generated Content (UGC) verwalten, unterscheiden sich von Anforderungen an CMS, die vom Websitebetreiber, bzw. Administratoren, erstellt werden.

Bei der Wahl des passenden CMS steht die enorme Bandbreite unterschiedlicher Produkte den individuellen Anforderungen gegenüber. Hier hilft ein direkter Vergleich. Informieren Sie sich anhand der Vergleichstabellen darüber, für welche Anwendungsfelder sich die vorgestellten Lösungen am besten eignen und welche Systemressourcen Sie für einen reibungslosen Betrieb bereitstellen müssen.

 

Implementierung, Installation und Konfiguration

Je nach Komplexität des CMS unterscheidet sich der Aufwand für die Installation, Einrichtung und Wartung. WordPress und Joomla! Verfügen über einen Wizard, der den Zeitaufwand für die Installation erheblich reduziert. Kleine One-Pager können damit binnen ein paar Minuten online gestellt werden. Einige Systeme, wie z. B. Drupal, benötigen zusätzliche Module, die sich nur via FTP nachinstallieren lassen, was länger dauern kann. Die Enterprise-Lösungen, zu denen TYPO3 gehört, erfordern von den Anwendern fundiertes Fachwissen.

Für eine erfolgreiche Umsetzung und Pflege eines CMS werden von Nutzern die Kenntnisse der Programmiersprache PHP erwartet. Möchten Sie Templates und Funktionen selbst erweitern, sollten Sie auch Ahnung von clientseitiger Scriptsprache JavaScript und der Datenbanksprache MySQL haben. Für das Templating in TYPO3 reichen die eben genannten Skills nicht – dieses CMS benutzt eine eigene Templatesprache Fluid.

Eine Erweiterbarkeit durch Extensions, Plugins, Widgets oder Module ist bei allen vorgestellten Content Management Systemen gegeben.

WordPress TYPO3 Joomla! Drupal Contao
Kategorie Weblog-Software Enterprise-CMS Web-CMS
Lizenz GNU GPLv2+ GNU GPLv2 GNU GPLv2+ GNU LGPL
Betriebssystem plattformunabhängig
Webserver Webserver mit PHP- und MySQL-Support Apache,
NGINX,
Microsoft IIS,
Caddy Server
Apache,
NGINX,
Microsoft IIS
Webserver mit PHP- und MySQL-Support
Datenbank MySQL, MariaDB MySQL,
PostgreSQL,
Oracle,
Firebird,
Microsoft SQL Server
MySQL,
Microsoft SQL Server,
PostgreSQL,
MariaDB
MySQL,
MariaDB,
Percona Server,
PostgreSQL,
SQLite
MySQL
Middleware PHP
Templatesprache PHP Fluid PHP
Extensions und Erweiterungsmodule
browserbasiertes Backend
Integration eigener Skripte nur mit Erweiterung
Berücksichtigung aktueller Webstandards

Benutzerverwaltung

Alle Open-Source-Lösungen in unserem CMS-Vergleich lassen sich als Mehrbenutzersystem verwenden. Bei Systemen dieser Art stellt sich zwangsläufig die Frage: Wer darf was? Welche Funktionalitäten ein CMS für die Benutzerverwaltung zur Verfügung stellt, muss zu den zentralen Auswahlkriterien gehören, wenn eine Website von mehreren Nutzern parallel mit Inhalten bespielt wird. Folgende Tabelle zeigt, dass nahezu alle Systeme in unserem CMS-Vergleich die wesentlichen Funktionen im Rahmen der Benutzerverwaltung nativ unterstützen.

WordPress TYPO3 Joomla! Drupal Contao
Mandantenfähigkeit
Benutzergruppen
Vererbung von Benutzerrechten
Beschränkung von Nutzerrechten
Mehrstufige Freigabekontrolle
Mehrstufige Workflows nur mit Erweiterung

Bedienung und Content-Erstellung

Ein Content Management System erleichtert die Erstellung und Veröffentlichung von Online-Inhalten. Intuitiv nutzbarer WYSIWYG-Editor (eng. „What you see is what you you get“) lässt die Benutzer ohne Programmierkenntnisse den Content verwalten. Das ist bei Unternehmensportalen wichtig, wenn ein Teil der Webseite – Blog oder Aktionen – von Mitarbeitern veröffentlicht und gepflegt wird. In dem Fall sind Features wie Vorschaufunktion, Rechtschreibprüfung, Importmöglichkeiten für Nicht-Text-Elemente wie Videos, Animationen oder Audio-Inhalte sowie eine Suchfunktion mit Volltextsuche unverzichtbar.

Vernünftige Kategorisierung und Tagging erleichtert die Navigation zu relevanten Inhalten und steigert somit die Benutzerfreundlichkeit der Webseite. Neben den typischen Blogfunktionen wie Kommentieren und RSS-Feed ist auch die Mehrsprachigkeit gewünscht.

WordPress TYPO3 Joomla! Drupal Contao
WYSIWYG – Editor
Multimedia-Elemente (Videos, Audio) nur mit Erweiterung nur mit Erweiterung
Blog-System nur mit Erweiterung nur mit Erweiterung
Rechtschreibprüfung nur mit Erweiterung
Vorschaufunktion
Mehrsprachigkeit nur mit Erweiterung nur mit Erweiterung
Suchfunktion nur mit Erweiterung
Tagging nur mit Erweiterung

Suchmaschinenoptimierung und Responsive Design

Die Website muss nicht nur erstellt werden, sondern sollte auch gefunden werden. Um den Webauftritt zu promoten, muss man sich um SEO (Suchmaschinenoptimierung) kümmern. Dabei gibt es bestimmte technische Anforderungen an ein CMS. Diese betreffen die URL-Struktur eines Online-Projekts, die Ausgestaltung von Meta-Informationen sowie die Ausrichtung des Layouts auf mobile Endgeräte.

Die hier vorgestellten CMS bieten Anwendern die Möglichkeit, parametrisierte URLs in ein „sprechendes“ URL-Schema umzuschreiben, das sich sowohl von menschlichen Nutzern als auch von der Suchmaschine interpretieren lässt. Einige CMS benötigen dazu eine Erweiterung.

Einen wesentlichen Einfluss auf das Suchmaschinen-Ranking haben auch Meta-Informationen wie Title und Beschreibung einer Webpage. Diese werden Nutzern zusammen mit der URL als Snippet auf der Suchergebnisseite ausgespielt, dienen somit als Teaser und sollten im besten Fall zum Klicken animieren. Die Meta-Informationen können auf jeder Seite manuell eingetragen werden oder mithilfe von zahlreichen kostenfreien Plugins automatisch generiert werden.

Die Menschen sind heutzutage mobil und surfen im Netz mit verschiedenen Geräten wie Laptops, Smartphones, Tablets oder einer Smartwatch – die Liste der Endgeräte wird jedes Jahr länger. Bei der Umsetzung aller Online-Projekte sollte das Thema Mobilfreundlichkeit daher Priorität haben. Für ausgewählte CMS findet man passende Templates, die sich im Rahmen eines Responsive Designs automatisch an die Displaygröße unterschiedlicher Nutzer-Endgeräte anpassen.

WordPress TYPO3 Joomla! Drupal Contao
Suchmaschinenfreundliche URLs mit Erweiterung
Manuelle Eingabe von Metadaten wie Title, Description und Keywords
Responsive Webdesign möglich

Sicherheit und Service

Service und Support sind entscheidende Faktoren für die Auswahl eines CMS. Der stabile Betrieb wird durch regelmäßige Updates gewährleistet. Nur so können die Websitebetreiber sicher sein, dass die Webauftritte auf dem neusten technischen Stand sind. Wir empfehlen die Systeme, die über eine große Nutzer- und Entwickler-Community verfügen. Ausführliche Dokumentation, Foren, FAQs erleichtern die Erstellung einer Websites mit dem Wunsch-CMS.

 

Fazit

Jedes CMS bietet zahlreiche Funktionen, die sich stetig verbreiten. Ein passendes Content Management System wird abhängig von den Zielen Ihres Online-Projekts ausgewählt. Man kann keinen absoluten Gewinner in unserem Vergleich nennen, weil die vorgestellten Lösungen sich auf unterschiedliche Aufgaben fokussieren.

Während sich WordPress in erster Linie an die Blogger-Szene richtet und für einen Einsatz als CMS zunächst mit entsprechenden Erweiterungen aufgerüstet werden muss, bietet ein System wie TYPO3 bereits in der Grundinstallation ein umfangreiches Funktionsspektrum, das im Rahmen kleiner Online-Projekte jedoch nur selten ausgeschöpft wird.

Das modulare CMS Drupal kommt mit einer breiten Palette an Funktionen und kann die Besitzer eines One-Pager eher abschrecken. Wer keinen Anspruch auf ein komplexes System hat, sollte ein anderes Content Management System wählen. Beispielsweise Joomla!. Auch hier bietet der große Pool an Erweiterungen Anwendern die Möglichkeit, das System individuell an die jeweiligen Gegebenheiten anzupassen.

Wenn der barrierefreie Zugang zu der Website im Vordergrund steht, stellt Contao eine gute Lösung dar. Aber im Vergleich zu anderen Produkten werden nicht ganz so viele Erweiterungen und Themes angeboten.

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